Archiv | Oktober RSS-Feed für diesen Bereich

#52

27 Okt

Das ist Luise!

Luise ist 27 Jahre jung, verheiratet, Mama von zwei Kindern, zwei und vier Jahre alt und studiert Religion und Englisch auf Lehramt. Man könnte meinen, dass man da doch schon voll ausgelastet sei und sich kaum Hobbys leisten könne. Aber weit gefehlt, denn Luise ist eine Pferdenärrin und unterrichtet Kinder und junge Erwachsene im voltigieren. Dazu ist sie ehrenamtlich sehr aktiv im Reitclub Herrenkrug e.V. – Abteilung Voltigieren.

Ich habe Luise während eines Training besucht, denn nicht ich bin auf Luise aufmerksam geworden, sondern ich wurde aufmerksam gemacht. Ihre Freundin Jenny hat gesagt “Luise ist mein Held, denn wer soviel leistet und Engagement aufbringt, der ist einfach heldenhaft!” und diesem Ruf bin ich gefolgt und was soll ich euch sagen, Jenny hat Recht!

Luise ist mit 6 Jahren aufs Pferd gekommen, denn damals hat sie auf der Straße ein Pferd mit einem Voltigier-Gurt gesehen, anstelle eines Sattels und wollte daraufhin wissen was das ist. Und hat so schließlich mit dem Voltigieren angefangen und hat das aktiv  auch 10 Jahre gemacht.

Voltigieren – was versteht man darunter? Voltigieren heißt, turnerisch-gymnastische Übungen auf dem Rücken eines Pferdes auszuführen. Dabei spielt das Zusammenwirken von Pferd, Longenführer und Voltigierern eine sehr große Rolle. Der Longenführer longiert das Pferd auf einem großen Zirkel, wobei die Voltigierer ihre Übungen im Einklang mit den Bewegungen des Pferdes ausüben.

Doch weil sie einfach nicht von den Pferden und von dem Sport los kam, hat sie nach ihrer Zeit des aktiven Voltigierens angefangen, anderen diesen Sport näher zu bringen und den Umgang mit Pferden. Dazu trainiert sie einmal in der Woche eine Gruppe von 6 Mädchen, die die Kunst beherrschen sich kunstvoll auf den Rücken eines Pferdes zu schwingen und da lauter Kunststücke vollführen können. Wirklich beeindruckend. Natürlich nehmen sie da auch an Wettbewerben teil, was dann noch mehr Training und auch mal den Einsatz am Wochenende verlangt. Und das alles auf freiwilliger Basis!

Und dass sie wirklich Pferde liebt, erkennt man auch daran, dass sie ein altes Pferd adoptiert hat, um ihm den letzten Weg so schön wie möglich zu gestalten, damit es nicht zum Schlachter muss.

Danke Luise dass du dich für mein Projekt begeistern konntest und danke liebe Jenny, dass du mir Luise vorgeschlagen hast!

#51

15 Okt

#50 Alchemicus

Das ist Peter!

Und heute habe ich das große Glück, mal einen Text schon vorgefertigt zu bekommen…denn Peter hat seine eigene Laudatio bekommen und die kann und will ich euch nicht vorenthalten. Danke an Nora die sie mir hat zukommen lassen( und natürlich geht auch an Dank an die restlichen Verfasser)! :-D

“Gaffendes Volk des altehrwürdigen castellum magdeburgum, Scharlatane, Halunken, Studiosi, Professori und all das dahergelaufene Gesindel! Laufet zu Hauf, schließet eure losen Mäuler, senket eure Häupter in Demut und sperret auf die gierigen Ohren!

So höret die Mähr von der Odyssee des

mathematikus et whiskii et spiritu chimii PeterSan Drösikus,

der an einem kalten Wintertage im gar nicht all zu fernen Steinedal als Sohn des Petrus Thalheimus und seines Weibes Irisa Drösikus das Licht der Welt erblickte.

Sein unersättlich Wissensdurst ebenso wie Ausdauer, Tatendrang und Zielstrebigkeit ward ihm – so scheints – schon in seine heimisch Wiege gelegt. So kam es denn, dass er von den Anforderungen zum Erlangen des Abiturium Winckelmannius Kolosseum nicht ausreichend gefordert, die Zeit sich mit gar fremdländischer artus martialis vertrieb. Was ihm den Danus secundus in düsterer Farbe zum Schmucke des Bauches einbrachte.

Die niederen und höheren Lehranstalten im Altmärkischen vermochten es nicht sein Streben nach Wissen zu befriedigen und so kam es denn, dass PeterSan seiner Heimat den Rücken kehrte und hinauszog.

Sein Weg führte ihn zunächst in die Gefilde westlich des Rhenus – ins ferne Krefeldien – wo er in der fabricus chimii bavarium die Künste des chemicus laborantis erlernte. Doch das war PeterSan nicht genug, er setzte seine Wissensreise fort um zu Erlangen die Fähigkeit, das ihm zukünftig vertraute Wissen weiter zu tragen an all jene denen es gleichfalls nach Erkenntnis durstet. Er erwählte die Universitas technicarum Magdeburgensis „Otto von Guericke“ als Ort seiner Studien um zu entdecken und ergründen  die Tiefen der rerum naturalis in specifico mathematicus et alchemicus.

Dies glückte ihm in solchem Maße, dass er die honoratio des primus studiosi scholaris der Facultatio Mathematico erhielt.

Doch so sehr ihn die althergebrachten Schriften der großen Gelehrten wie Pythagoras, Gauss und nicht zu vergessen Adamus Gigantus auch faszinierten, trieb ihn ein innerer Zwang stets mehr in die Laboratorien des Jochenus Gottfriedus und des Professore Edelmannius, zu erforschen die metallus lanthanoidis.

So begann PeterSan zu verfassen eine gar merkwürdig Schrift, die „dissertatio“ zu nennen er sich erdreistete. Er schrieb nieder all seine durch elaboratio aero sensibilae gewonnenen Erkenntnisse über die unverständlich anmaßenden modi coordinatio, actio et reactio sowie habitus oxidativum des Cerum kationis und seiner nicht minder merkwürdigen Gesellen.

Dank seines außergewöhnlich Machwerks, seiner ausdauernden Geschäftigkeit und seines bedeutenden Beitrags zum Verständnis der metalli lanthanoidis wird ihm mit dem heutigen Tage der Titel:

Doctorus cristallicus aero senbilis et karaticus whiskii

zuerkannt, was verteutscht heißet:

Doktor der Kristallflüsterei und des Holz-mit-der-Hand-Spaltens unter Ausschluss von Luft und Einnahme von Whiskey

Gegeben und für rechtens befunden zu Magdeburgum am XV. Tage des X. Monats anno domini MMX

Faculta Verfahrens- und Systemtechnik

Universitas technicarum Magdeburgensis

„Otto von Guericke“”

#50

15 Okt

#50 Poetry Slam

Das ist Markus!

1977 geboren, 172cm groß gewachsen, Schuhgröße 42, Gewicht hab ich vergessen, 33 Jahre jung, Vater keiner Kinder, weder geschieden noch verwitwet und aus Innsbruck stammend. Innsbruck? Jaha! Markus ist Österreicher.

Seine Profession: professioneller Lachmuskeltrainer oder auch Kabarettist und Autor.

Könnt ihr euch vorstellen, wie schwer es ist über jemanden zu schreiben, der schreiben kann? Der sich über wohlklingende, wahnwitzige und weichherzige Wortzusammenstellungen keine großen Gedanken machen muss, weil sie so einfach aus ihm heraus sprudeln?

Ich hatte ihn ja gefragt, ob er nicht selbst seinen Beitrag schreiben mag, aber nein. kann ich aber auch verstehen, denn er hat gerade besseres zu tun, als mir meine mir selbst auferlegte Arbeit abzunehmen ;-) Vorgewarnt habe ich ihn, dass das mit dem Schreiben bei mir noch nicht so klappen will ;-)

Wo habe ich Markus eigentlich aufgegabelt, werdet ihr euch jetzt fragen?! Einige die ebenso wie ich im Moritzhof anwesend waren, werden es wissen. Ich habe mir nämlich gestern ganz den Poetry Slam in Magdeburg angeschaut. Markus war dort einer der Slammer, der Poeten, der Dichter und Denker, der Wortakrobaten und stach einfach mit seiner enormen Bühnenpräsenz hervor.

Er benötigte keine A4-Zettel auf denen seine Texte zu lesen waren. Alleiniges Hilfsmittel war seine Stimme. Und man hatte doch von Zeit zu Zeit, die er da auf der Bühne stand, das Gefühl, der Mann ist doch wahnsinnig und hat vermutlich wirklich seine Medikamente vergessen, wie er selber auf der Bühne stehend sagte…

Aber ich kann euch sagen, von diesem Wahnsinn war in meinem späteren Gespräch mit ihm nichts zu spüren. Also ist der Markus Kozuh doch kein Wahnsinniger…wobei…wahnsinnig nett ist er ja und auch wahnsinnig komisch.

Geht ihn euch doch schnell noch angucken! Die Möglichkeit habt ihr noch am 16. Oktober in Dessau im Kiez Kino oder am 17.10. im Turm in Halle! Ihr werdet es nicht bereuen, versprochen!

Vielen lieben Dank lieber Markus, dass du noch Zeit nach deinem Auftritt für mich hattest! Und nun werd ich mir als Belohnung für die Fertigstellung dieses Textes noch deine DVD angucken!! Danke Danke Danke

#49

13 Okt

#49 Sternschwuppe

Das ist Victor!

Victor ist 22 Jahre jung und studiert an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg im 7. Semester Medizin. Das allein finde ich ja schon toll, aber das ist heute nicht der Grund warum Victor mein Held ist. Als er nach Magdeburg zum Studieren kam, wollte er irgendwo ehrenamtlich mitwirken und damit der Gesellschaft etwas zurück geben. Und so wurde er Referent der Studentischen Interessenvertretung “DykeAndGay”, denn Victor ist schwul.

DykeAndGay ist ein unabhängiges Referat innerhalb des  Studierendenrates der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Sie bilden die studentische Interessenvertretung für alle sexuellen Minderheiten der Uni. Ziel der Mitglieder ist es, sowohl les-bi-schwulen oder transsexuellen Studierenden eine Anlaufstelle zu geben, als auch bei Problemen im allgemeinen Uni-Alltag zu helfen. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit sind Kultur und Politik. In jedem Semester werden Vorträge, Buchlesungen, Podiumsdiskussionen, Filmabende und ähnliche Dinge organisiert – aber selbstverständlich auch Partys!  Jede Woche werden  Treffen veranstaltet, bei denen man die Mitglieder und noch viele andere Leute kennen lernen kann.

Aber nicht nur über die Arbeit des Referats haben wir gesprochen. Auch ein anderes Thema lag ihm sehr am Herzen. Denn oft wird er gefragt warum es Homosexualität gibt, wie das entsteht und vor allem was der evolutionäre Sinn dabei ist.

Die Forschungen sind bei der männlichen Homosexualität mittlerweile viel weiter als bei der weiblichen, sodass sich der nachfolgende Absatz eher auf das Schwul-Sein konzentriert, wobei die meisten Wissenschaftler davon ausgehen, dass ähnliche Mechanismen auch für das Lesbisch-Sein gelten. Natürlich sind sich nicht immer alle einig und auch ist noch nicht 100-prozentig sicher, dass die Ergebnisse schon alle richtig sind, aber die meisten international renommierten Forscher gehen mittlerweile davon aus, dass ihre Erkenntnisse bisher schlüssig sind.

Viele halten Homosexualität für eine Art der Populationskontrolle. Es gibt unzählige Tierarten, bei denen das Auftreten von Homosexualität belegt ist. So wurden unter anderem gleichgeschlechtliche Paare bei Löwen, Zebras, Elefanten und diversen Vogelarten, z.B. Pinguinen, beobachtet. Man geht davon aus, dass der Verlauf der Schwangerschaft wesentlich zum Auftreten von Homosexualität beiträgt, wobei die einzelnen Faktoren noch nicht identifiziert werden konnten. Unter anderem scheinen  Stresshormone eine Rolle zu spielen. So konnte beobachtet werden, dass schwule Jungen vor allem solchen Müttern geboren werden, die eine schwierige Schwangerschaft hinter sich hatten (Komplikationen, emotionale Belastung usw.). Dies scheint gleichermaßen für Tiere zu gelten. Es liegt der Schluss nahe, dass beispielsweise in Zeiten von Nahrungsknappheit (die natürlich mit deutlich erhöhtem Stress und körperlichen Entbehrungen einhergehen) in vielen Tierpopulationen homosexueller Nachwuchs geboren wird.

Das ist insofern sinnvoll, als dass diese Tiere selbst keinen Nachwuchs zeugen werden, wodurch die Nahrungsknappheit nicht weiter verschärft wird. Auch scheint die Anzahl der älteren Brüder einen Einfluss zu haben: je mehr Jungen eine Mutter bereits geboren hat, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der nächste Junge schwul wird. Auch dies fügt sich in die Argumentation der drohenden Verknappung von Nahrung.

Nun stellt sich natürlich die Frage, wie der Sinn der Fortpflanzung erfüllt werden kann, der doch darin besteht, die eigenen Gene an die nächste Generation weiterzugeben. Dies wird dadruch sichergestellt, dass vor allem in Rudel- oder Herdenverbänden homosexuelle Individuen in der Lage sind, sich um den Nachwuchs ihrer Geschwister sehr intensiv zu kümmern (also quasi ihre Nichten und Neffen). Durch die überdurchschnittlich intensive Pflege, die diesen Geschöpfen zuteil wird, die nicht nur von eigenen, sondern zusätzlich noch von “Leih”eltern versorgt werden, steigt deren Chance, das fortpflanzungsfähige Alter zu erreichen. Da es sich nun um die Nichten bzw. Neffen der homosexellen Leiheltern handelt, stimmt ein erheblicher Prozentsatz der genetischen Ausstattung zwischen beiden überein, sodass auch die sich nicht selbst fortpflanzenden Tiere die Weitergabe eigenen Genmaterials gesichert haben.

Ich finde das klingt alles irgendwie sehr plausibel. Aber wie  beschrieben, ist man mit den Forschungen noch lange nicht am Ende.

Vielen lieben Dank lieber Victor für diese interessanten Erkenntnisse, ich wünsche dir noch viel Erfolg für dein Studium  und danke dass ich dich zu meinem Helden machen durfte :-D

#48

11 Okt

#48 Milch mit Honig

Das ist Paul!

Paul ist 7 Jahre und geht in die zweite Klasse. Eigentlich ein ganz normaler Junge, könnte man auf den ersten Blick meinen. Aber Paul ist ein kleiner Star! Denn Paul ist der kleine DJ Ötzi. Wie das dazu kam, wollte ich dann natürlich ganz genau wissen und hakte nach.

Vor nun fast 5 Jahren hatte Pauls Mama die traurige Aufgabe die Trauerfeier für ein kleines Mädchen auszurichten. Dazu muss man sagen, dass Pauls Mama Bestatterin ist. Für diese Trauerfeier besorgte sie die Single “Ein Stern” von DJ Ötzi, da die Familie viel mit diesem Lied verband. Auf diese Single war auch das Musikvideo zu von dem Lied und als es zu Hause auf dem Fernseher lief, stand der kleine Paul ganz fasziniert davor und tanzte zu dem Song. Und weil Paul DJ Ötzi so toll fand, musste Mutti auch eine Mütze für ihren Spross häkeln.

Irgendwann kam Paul von der Schule nach Hause und meinte, es wird eine Miniplaybackshow bei den 1. Altenweddinger Family Days veranstaltet und er wolle da unbedingt mitmachen. Natürlich war die Show schon am nächsten Tag und alle anderen Kinder hatten zu Hause auch schon längst Bescheid gesagt. Aber nichtsdestotrotz, es wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, dass Paul mitmachen konnte. Er hatte sich sogar das entsprechende Outfit zugelegt und so sah er tatsächlich wie die Miniatur-Ausgabe des bekannten Künstlers aus.

Schließlich hatte Paul immer öfter mal kleine Auftritte und begeistert da regelmäßig das gesamte Publikum. Dabei muss man sagen, dass er das immer für einen guten Zweck tut, wie beispielsweise für die Kinderkrebshilfe. Dazu trat er sogar im Rahmen der “Tour der Hoffnung” auf, die nun schon seit 27 Jahren stattfindet.

Von Paul wollte ich dann wissen, ob ihm das Spaß macht oder ob Mama und Papa sagen, dass er das machen soll. Aber er konnte mir glaubhaft versichern, dass ihm das ganz viel Spaß macht und er freut sich über jede Auftrittsmöglichkeit. Zum Thema Lampenfieber meinte er nur, dass er vorher manchmal etwas Bauchschmerzen hat, aber danach sei alles wieder gut.

Die größte Ehre wurde Paul zu teil, als er tatsächlich mit seinem großen Vorbild DJ Ötzi vor einem 8000 Menschen starkem Publikum auf der Bühne stand und beide gemeinsam den Song “Ein Stern” sangen. Das diesmal ganz ohne Playback. Das soll Paul mal einer nachmachen! Und bei dieser Gelegenheit teilten sich DJ Ötzi und Paul ein Glas heiße Milch mit Honig und ich denke, spätestens seit diesem Tag ist das Pauls Lieblingsgetränk ;-) Ist aber auch gut für die Stimme, nicht wahr.

Ich danke dir lieber Paul für diese tolle Geschichte und danke auch an deine Eltern, dass ich sie veröffentlichen darf!

Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.