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#47

10 Okt

#47 Courage

Das ist Sören!

Geboren wurde Sören 1980 in Magdeburg, ist evangelisch, hat einen Abschluss als Bachelor of Arts Sozialwissenschaften und studiert seit 2009 den Master-Studiengang Friedens- und Konfliktforschung an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Bis hierhin könnte Sören ein ganz normaler Student sein, könnte. Ist er aber nicht. Denn er ist engagiert. Sören engagiert sich ehrenamtlich im Fachschaftsrat der FGSE der Uni Magdeburg und er zu dem auch noch politisch sehr aktiv, denn Sören ist seit 2000 Mitglied bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, war Stadtsprecher der Stadtgruppe Magdeburg und ist unter anderem noch stellvertretener Fraktionsvorsitzender im Stadtrat in Magdeburg.

Da könnte man meinen, das reicht dann schon. Viel Freizeit wird der Gute ja nicht mehr haben. Aber weit gefehlt. Denn er ist immer bemüht neue Impulse zu setzen und vor allem Gesicht zu zeigen. Gesicht zu zeigen gegen Rassismus, gegen Ungerechtigkeiten, gegen Diskriminierung, gegen Rechts. Und da seit Ende der 90er Jahre rechtsextreme Gruppen für einem so genannten Trauermarsch nach Magdeburg kommen und dazu den Jahrestag der Bombardierung der Stadt am 16. Januar 1945 zum Anlass nehmen, kam auch Sören der Gedanke, diesem Treiben mehr entgegen zu setzen als bisher. Denn die Stadt selbst, so wie er mir berichtetet, ließ diesen Tag einfach über sich ergehen, in der Hoffnung, dass er möglichst schnell vorbei sein mag. So erwuchs die Idee nach einer friedlichen Demonstration gegen Rechts. Aber nicht nur eine Demonstration sollte es werden, eher wie eine Art Volksfest oder ein Festival. Und so entstand mit der Hilfe von vielen Menschen 2009 die erste „Meile der Demokratie“.

Bei dieser Meile geht es darum, gemeinsam ein Zeichen für ein demokratisches und tolerantes Magdeburg  zu setzen. Das Ziel ist die Präsenz der Rechtsextremen im Stadtbild einzudämmen und öffentlich für eine verantwortungsvolle Erinnerung an die Schrecken des Nationalsozialismus einzutreten.

Für die “Meile der Demokratie” wurde der Breite Weg vom Universitätsplatz bis hin zum Hasselbachplatz mit Unterstützung von Vereinen, Verbänden, Kulturschaffenden, Schulen, Handeltreibenden und Gastronomen in eine lebendige „Meile der Demokratie“ mit Informationsständen verwandelt. Auf vier Bühnen entlang der Meile wurde ein buntes Programm aus Musik und Tanz sowie Statements von VertreterInnen aus Politik und Gesellschaft geboten. Insgesamt über 10 000 Menschen zeigten ihr Gesicht gegen Rechts bei der Meile 2009 und 2010.

Natürlich wird es auch 2011 wieder eine “Meile der Demokratie” geben, die Vorbereitungen dafür laufen bereits auf Hochtouren. Und Sören verriet mir noch, dass zum jetzigen Zeitpunkt bereits doppelt so viele Anmeldungen für die Meile vorliegen, wie zum gleichen Zeitpunkt im letzten Jahr!

Ich wünsche dir und den ganzen Mitstreitern der “Meile der Demokratie” weiterhin viel Erfolg!

Danke für diese Geschichte!

#46

9 Okt

#46 Kommt. Ins Offene

Das sind Norbert Pohlmann und Corinna Breite!

“Komm! ins Offene, Freund! zwar glänzt ein Weniges heute Nur herunter und eng schließet der Himmel uns ein. Weder die Berge sind noch aufgegangen des Waldes Gipfel nach Wunsch und leer ruht von Gesange die Luft. Trüb ists heut, es schlummern die Gäng’ und die Gassen und fast will Mir es scheinen, es sei, als in der bleiernen Zeit. (…)”

Ich sage euch, auf den Straßen von Magdeburg ist was los, speziell am 09. Oktober auf dem Domplatz. Denn genau dort vor 20 Jahren fand eine der großen Demonstrationen für Freiheit und Demokratie statt. Viele Magdeburger gingen auf die Straße, damit sie ihrem Unmut über die Verhältnisse in der DDR Luft machen konnten. Somit war die friedliche Revolution auch in Magdeburg bereits in vollem Gange.

Aus diesem Grund wird an diesen wichtigen Tag erinnert. “Kommt. Ins Offene” ist der Titel einer Musik-Tanz-Text-Collage, die vor dem Dom Magdeburgs zu erleben war.

Ich war gerade mal wieder auf dem Weg nach Hause und hörte schon von weitem, da geht was auf dem Domplatz. Also bin ich samt frisch gewaschener Wäsche hin um zu gucken. In Gedanken immer bei meinem Heldenprojekt, war ich felsenfest entschlossen einen der über 60 Teilnehmern für mein Projekt zu gewinnen. Aus diesem Grund sprach ich einfach Corinna Breite an, die bei dieser Veranstaltung mitwirkte. Corinna ist Schauspielerin und kommt eigentlich nicht aus Magdeburg, hat trotz allem eine innige Beziehung zu Magdeburg. Außerdem ist sie eine der Töchter Magdeburgs.

Doch Corinna wollte nicht allein aufs Foto und so hat sie sich noch den Initiator des heutigen Abends zur Seite geholt, nämlich Norbert Pohlmann. Norbert ist Geschäftsführer des “Forum Gestaltung” in Magdeburg und war verantwortlich für die Auswahl  der Texte und der Einrichtung. Und auch Norbert gehört eher zu den Menschen, die nicht lange reden, sondern lieber machen und weniger im Mittelpunkt stehen wollen. Erst wollte er auch nicht, da er von sich behauptet, kein Held zu sein. Dabei ist er einer, denn er gibt Menschen die Fehler in ihrem Leben gemacht haben, in seinem Forum eine zweite Chance. So etwas ist vorbildlich und auch heldenhaft.

Ich danke euch beiden sehr, dass ich euch und den Abend somit, vorstellen konnte und bin gespannt auf den nächsten 9. Oktober in Magdeburg!

#45

8 Okt

#45 Lidl

Das ist Carmen!

Ich sage euch…Lidl lohnt sich…ja wirklich! Denn da kann man auch kleine Helden treffen! Denn so war das nämlich heute, nach dem ich doch schon keinen Erfolg im Zoo hatte, so denn im Lidl.

Zugegeben, Carmen war mir nicht vollkommen fremd, denn ich habe sie schon einmal während meiner Ausbildung fotografiert, damals sollte es ein Weihnachtsgeschenk für ihren Liebsten werden. Und weil ich noch wusste, dass ich sie total nett fand, hab ich sie einfach im Lidl angesprochen, in der Hoffnung sie würde sich vielelicht noch an mich erinnern! Und ja, sie erkannte mich wieder und wunderte sich fast ein wenig, dass ich sie auch noch kannte. Dabei haben wir zusammen lecker Mandarinen gegessen, während wir ihr Foto aussuchten.

Carmen ist ein fröhlicher und aufgeschlossener Mensch und ich glaube, man könnte prima  Pferde mit ihr stehlen gehen! Aber vielleicht muss auch so sein, wenn man ihren Beruf hat, denn sie ist Krankenschwester auf der Intensivstation.

Grundsätzlich unterscheidet sich die Intensivstation von den anderen Einheiten im Krankenhaus. Zum einen durch die Verwendung vielfältiger technischer Apparate und zum anderen wird mehr Personal eingesetzt. So betreut eine Pflegekraft in der Regel nur ein bis drei Patienten gleichzeitig, während auf Normalstationen bis zu zwanzig Patienten durch eine Pflegekraft betreut werden. Außerdem ist immer ein Arzt verfügbar, der für den Fall aller Fälle sofort einsatzbereit ist.

Ich denke, als Krankenschwester und vielleicht auch gerade auf solchen Stationen, sieht man viele traurige Schicksale. Schließlich ist man hautnah an den Patienten bzw auch an den Angehörigen. Da kann es durchaus vorkommen, dass einem das eine oder andere Schicksal wirklich an die Nieren geht und man diese mit nach Hause nimmt. Natürlich gibt es auch genauso viele positive Erlebnisse die man im Krankenhaus miterleben kann. Da gibt es Menschen, deren Überlebenschancen als recht gering eingestuft wurden und die dann doch wieder gesund nach Hause gehen können.

Jede Krankenschwester verdient wirklich Respekt, denn dieser Beruf ist vielmehr eine Berufung! Ich sage euch, ich könnte das nicht!

Danke liebe Carmen für deine Geschichte! Wir sehen uns dann nächste Woche, wenn ich dir die Bilder vorbei bringe :-D

 

 

#44

7 Okt

#44 Geburtstagskind

Das ist Paula!

Diese Geschichte glaubt ihr mir bestimmt nicht…also die warum Paula mein Held ist.

Donnerstags hab ich ja immer Englisch und versuche in meinem Kurs Helden zu finden…aber wie ihr ja schon wisst, sind viele Menschen einfach zu bescheiden…oder es fehlt ihnen der Mut oder aber sie finden das ganze Projekt einfach doof, kann durchaus sein!

Jedenfalls war ich im Englischkurs diesmal nicht so erfolgreich, meine beiden potentiellen Kandidatinnen waren entweder zu schüchtern oder aber der Meinung keine gute Geschichte auf Lager zu haben. Nagut, wir wollen ja niemanden zu seinem Glück und den bekannten 15 Minuten Ruhm zwingen. Nächste Woche hab ich sicher wieder die Chance nachzufragen ;-)

Und so war ich schon wieder fast auf dem Heimweg, wollte über den Hasselbachplatz und wer läuft mir da just in diesem Augenblick über den Weg? Meine Heldin von gestern! Im Schlepptau ihre beste Freundin Paula, die heute auch noch Geburtstag hat! Geburtstagskinder und beste Freundinnen sind eigentlich schon prädestiniert ein Held zu sein, oder?!

Außerdem war mir Paula gleich so sympathisch, da war mir klar, sie muss einfach mein Held werden. Und so schloss ich mich den beiden an und wir gingen erst mal schön Döner essen. Während des Essens erfuhr ich dann viele interessante Dinge, warum sie die tollste und liebste Freundin von Caro ist, womit sie sich neben Geburtstagfeiern noch so beschäftigt und was ihre Ziele in nächster Zeit sind.

Und wenn man Paula kennen lernt ist sie ein fröhlicher, flippiger & temperamentvoller Mensch, natürlich alles im positiven Sinn gemeint, aber sie kann auch anders. Was nicht zuletzt auch ihre Wahl des Studiengangs zeigt und das Thema ihrer Magisterarbeit. Denn Paula hat Politikwissenschaften studiert und schreibt gerade an ihrer Magisterarbeit mit dem Thema: “EU-Grenzpolitik in Westafrika”. Und erklärte mir mal so nebenbei, dass eben durch jene Politik es für Menschen außerhalb der EU verdammt schwierig sei in die EU zu reisen. Sie brachte das Beispiel eines ägyptischen Freundes, welcher erst seine aus der EU stammende Freundin heiraten musste, damit er überhaupt ohne große Probleme einreisen konnte. Ich denke das ist ein wirklich spannendes Thema, was viel Konfliktpotential in sich birgt und ich hoffe, dass ich das mir geschilderte auch korrekt wiedergegeben habe, da ich was solche Themen betrifft vollkommen unbedarft bin.

Ich wünsche dir viel Erfolg für deine Magisterarbeit und auch für deine Reise nach Jerusalem!

Happy Birthday liebe Paula, bzw. alles gute nachträglich :-D

#43

6 Okt

#43 Café Central

Das ist Caro!

Manchmal muss man auch etwas Glück haben und das hatte ich heute. Denn die liebe Caro ist befreundet mit Karo und Steffen. Jetzt fragt ihr, hä? Mit wem? Und ich erinnere euch an meine Helden vom Dach vom Sonntag! Jedenfalls kennen sich Once Upon A Rooftop und die Caro und deshalb wusste sie schon komplett Bescheid, als ich meinte, dass ich auf der Suche nach Helden sei. Verrückt, sag ich euch.

Meine Wahl fiel heute auf Caro, weil sie im Café Central arbeitet und ich dachte mir so, da hat man ganz sicher was zu erzählen und vor allen Dingen, kann sie nicht so einfach abhauen! Sie muss ja schließlich Gäste bedienen!

Nachdem sie auch zögerte und meinte, “nichts spannendes zu erzählen zu haben”, kamen dann doch einige Geschichten hervor, wo ich wieder feststellen konnte, dass die meisten Menschen einfach zu bescheiden sind.

Denn neben ihrer Tätigkeit in der wohl schönsten und gemütlichsten Bar in ganz Magdeburg, studiert sie nämlich noch “Gebärdensprachdolmetschen” an der Hochschule Magdeburg -Stendal.Dieses Studium befähigt sie  in verschiedenen Alltagssituationen als sprachlicher Mittler zwischen hörenden Menschen, die die gesprochene Sprache verwenden, und gehörlosen bzw. hörgeschädigten Menschen, die die Gebärdensprache bevorzugen, professionell tätig zu werden. Zugangsvoraussetzung  für dieses Studium sind Grundkenntnissen in der Deutschen Gebärdensprache.

Aber das reicht Caro noch nicht, denn ergänzend dazu  macht sie noch eine Zusatzausbildung als Taubblinden-Assistenz in Nordrhein Westfalen. Dazu muss sie dann einmal im Monat dort hin fahren und lernt unter anderem noch Sachen wie Taktile Gebärdensprache oder auch das Tastalphabet für Taubblinde, auch Lormen genannt. Es geht bei dieser berufsbegleitenden Ausbildung darum, dass die Teilnehmer lernen, was ein gehörloser Mensch, dessen Sehfähigkeit kaum oder gar nicht mehr vorhanden ist, für ein möglichst selbstständiges Leben benötigt.

Hut ab, liebe Caro! Ich finde das wirklich toll, was du da machst und wünsche dir viel Erfolg weiterhin!

 

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